Boulder-Begriffe: Das Kletter-Glossar in verständlichem Deutsch

Das Wichtigste in Kürze
Ideal für: Neulinge, die über Boulder-Slang und Hallenjargon rätseln
- Das Glossar erklärt 88 gängige Boulderbegriffe in einfacher Sprache, gruppiert in Züge, Griffe, Grade, Halle und Training.
- Ein Flash ist eine Begehung im ersten Versuch mit Beta, ein Onsight im ersten Versuch ohne jede Information; ein Send umfasst beides.
- Beim Flaggen streckst du ein Bein zum Ausbalancieren aus; das ist das einfachste Mittel gegen das seitliche Aufdrehen des Körpers (Barn Door).
- Grade sind Konsensmeinungen, keine Messungen; die Tabelle von Mountain Project setzt V3 ungefähr mit Font 6A und V6 mit 7A gleich.
- Campusen, Max Hangs und voll aufgestellte Griffhaltung gehören zu den höchsten Fingerbelastungen, also steigere die Fingerbelastung schrittweise.
Bouldern hat seine eigene Sprache: Du „arbeitest an deinem Projekt“, „holst dir die Beta“, „flaggst“, damit du nicht „ausdrehst“, und am Ende „sendest“ du. Dieses Glossar erklärt 88 der häufigsten Boulder-Begriffe und Ausdrücke aus dem Kletter-Slang in verständlichem Deutsch, nach Themen gruppiert, mit je einem Praxistipp, damit du weißt, wie dir das Wort an der Wand begegnet.
Wenn du ganz neu dabei bist, fang mit den Abschnitten Grade & Begehungen und Halle & Fels an; das sind die Wörter, die du in deiner ersten Session hören wirst. Unser Guide Bouldern lernen für Anfänger stellt viele davon in einen Zusammenhang. Die Begriffe unterscheiden sich von Land zu Land ein wenig. Viele englische Ausdrücke werden auch im Deutschen so verwendet; wo es ein gängiges deutsches Wort gibt, steht es dabei, und wo sich der Gebrauch in den USA, Großbritannien oder Europa unterscheidet, habe ich es vermerkt.
Züge und Körperpositionen
| Begriff | Bedeutung | Praxistipp |
|---|---|---|
Barn Door (Ausdrehen) | Dein Körper schwingt seitlich auf wie eine Tür, weil deine Kontaktpunkte auf einer Achse liegen. | Abhilfe schaffen ein Flag, ein Eindreher oder ein anderer Fuß. |
Bicycle | Ein Fuß drückt auf einen Griff, während die Zehen des anderen Fußes ihn von unten hooken, wie Pedale. | Hilfreich an Dächern und steilen Starts, um die Füße an der Wand zu halten. |
Campus / Campusen | Nur mit den Händen klettern, Füße weg von der Wand. | Belastet Finger und Schultern stark; keine Gewohnheit für Anfänger. |
Kompression | Zwei Strukturen gegeneinander zusammendrücken, „als würdest du einen Kühlschrank umarmen“. | Spann den Rumpf an und zieh mit beiden Armen nach innen. |
Cut Loose (Füße kommen) | Deine Füße schwingen in steilem Gelände von der Wand, und du hängst nur an den Händen. | Spann den Rumpf an, um die Füße schnell wieder anzusetzen. |
Deadpoint (toter Punkt) | Ein kontrollierter dynamischer Zug: Du greifst den nächsten Griff am höchsten Punkt deiner Aufwärtsbewegung, während du noch Kontakt zu anderen Griffen hast. | Versuch, den Griff in dem Moment zu fassen, in dem du dich „schwerelos“ fühlst. |
Drop Knee (Eindreher, Egyptian) | Ein Knie nach innen und unten drehen, sodass sich die Hüfte zur Wand eindreht und du mehr Reichweite bekommst. | Super an steilen Wänden, verdreht aber das Knie; taste dich langsam heran. |
Dyno | Ein Sprung zu einem Griff außer Reichweite, meist lösen sich dabei alle Gliedmaßen von der Wand. | Übe ihn niedrig über guten Matten: Prüfe, wohin du fällst, räum die Landezone frei und lerne, kontrolliert zu landen, bevor du größere probierst. |
Antreten (Edging) | Mit der Kante deines Schuhs auf einem kleinen Tritt stehen. | Nutze für die meisten Tritte die Innenkante nahe dem großen Zeh. |
Elvis-Bein | Unwillkürliches Zittern eines Beins vor Ermüdung oder Nervosität (auch „Nähmaschinenbein“). | Senk die Ferse ab und atme; oft hört es dann auf. |
Flag / Flaggen | Ein Bein zur Balance in die Luft oder an die Wand halten, statt auf einem Tritt zu stehen. | Das einfachste Mittel gegen das Ausdrehen. |
Heel Hook (Ferse) | Die Rückseite der Ferse auf einem Griff zum Ziehen oder Balancieren einsetzen. | Zieh mit dem Beinbeuger, um die Arme zu entlasten. |
Kneebar (Knieklemmer) | Einen Fuß gegen eine Struktur und das Knie oder den unteren Oberschenkel gegen eine andere drücken, um zu rasten oder die Hände frei zu bekommen. | Am Fels verbreitet; manche Kletterer tragen dafür Kniepads. |
Piaz (Layback) | Mit beiden Händen seitlich an einer Kante oder einem Riss ziehen, während die Füße in die Gegenrichtung drücken. | Anstrengend; klettere zügig durch. |
Blockieren (Lock-off) | Den Körper mit einem gebeugten Arm in Position halten, während der andere weitergreift. | Starkes Blockieren hilft beim statischen Klettern an weiten Zügen. |
Mantle | Mit den Handflächen auf einen Griff oder ein Band drücken, bis du darauf stehen kannst. | Unverzichtbar für das Aussteigen am Fels. |
Nachgreifen (Match) | Beide Hände (oder eine Hand und einen Fuß) an denselben Griff bringen. | Lass beim ersten Greifen Platz für die zweite Hand. |
Pop | Ein kleiner, schneller Sprung oder eine schnelle Handbewegung zum nächsten Griff. | Kleiner und kontrollierter als ein voller Dyno. |
Rose Move | Einen Arm so weit hinter den anderen kreuzen, dass sich der Körper von der Wand wegdreht. | Benannt nach einer Route von 1985; sieht wild aus, ist oft effizient. |
Shadow Match (Umgreifen) | Auf einem Griff, der nur für eine Hand Platz bietet, schnell die Hände wechseln. | Heb die Finger einzeln an, während die andere Hand hineinrutscht. |
Reibungstritt (Smear) | Die Schuhsohle flach an die Wand drücken, wo es keinen echten Tritt gibt, und auf Reibung vertrauen. | Senk die Ferse ab und halte dein Gewicht über dem Fuß. |
Statisch | Langsam und kontrolliert klettern, ohne Schwung. | Gut zum Techniktraining; nicht immer am effizientesten. |
Spreizen (Stem / Bridge) | Mit den Füßen (und Händen) nach außen gegen die gegenüberliegenden Wände einer Verschneidung drücken. | In Verschneidungen eine No-Hands-Rast, wenn du gute Tritte findest. |
Toe Hook (Zehenhook) | Mit der Oberseite der Zehen unter einem Griff ziehen, um den Körper an der Wand zu halten. | Entscheidend in Überhängen; zieh die Zehen Richtung Schienbein, damit die Oberseite des Schuhs greift. |
Griffe
Wie du jeden davon greifst, erfährst du in unserem ausführlichen Guide zu Klettergriff-Arten.

| Begriff | Bedeutung | Praxistipp |
|---|---|---|
Kante (Arête) | Eine Außenecke oder ein Grat aus Fels oder an der Wand. | Drück sie wie eine Zange; ob die Kante „mit drin“ oder „tabu“ ist, hängt vom Boulder ab. |
Crimp (kleine Leiste / Aufstellen) | Ein Griff, der gerade groß genug für die Fingerkuppen ist, oder die Art, ihn mit gebeugten Fingern zu halten (Aufstellen). | Volles Aufstellen belastet die Ringbänder am stärksten; stell halb auf, wenn es geht. |
Leiste (Edge) | Ein flaches Band für Hände oder Füße. | Leisten unterscheiden sich in Größe und Schärfe; kleine nennt man meist Crimps. |
Schuppe (Flake) | Eine Felsplatte, die sich teilweise von der Wand gelöst hat. | Am Fels testen; manche sind lose. |
Gaston | Ein senkrechter Griff, den du mit dem Daumen nach unten und dem Ellbogen nach außen greifst und nach außen drückst. Benannt nach Gaston Rébuffat. | Braucht starke Schultern und gute Gegentritte. |
Henkel (Jug) | Ein großer, einfacher Griff, den du mit der Hand umschließen kannst. | An Henkeln rasten und planen. |
Lid | Ein Griff, der so platziert ist, dass er einen anderen teilweise abdeckt und ihn schlechter macht. | Ein Werkzeug der Routensetzer, um die Schwierigkeit anzupassen. |
Einfingerloch (Mono) | Ein Loch, in das ein Finger passt. | Hohe Belastung für einen Finger; vorsichtig behandeln. |
Zange (Pinch) | Ein Griff, den du zwischen Daumen und Fingern zusammendrückst. | Oft ist die Daumenkraft der limitierende Faktor. |
Loch (Pocket) | Ein Loch, in das ein bis drei Finger passen. | Nutze die stärksten Finger, die hineinpassen; halte sie neutral. |
Seitgriff (Sidepull) | Ein senkrechter Griff, an dem du seitlich zum Körper hin ziehst. | Lehn dich weg und drück mit dem gegenüberliegenden Fuß. |
Sloper | Ein runder Griff ohne Kante. | Bleib mit gestreckten Armen tief darunter. |
Untergriff (Undercling) | Ein nach unten zeigender Griff, den du mit der Handfläche nach oben greifst. | Stell die Füße hoch und steh auf. |
Volumen (Volume) | Ein großes, hohles Element, das an eine Hallenwand geschraubt wird, oft mit Griffen darauf. | Draufstehen, mit der Handfläche drücken, wegstützen. |
Grade und Begehungen: Flash, Onsight, Send, Projekt, Wiederholung
Wie die Skalen zueinander stehen, liest du in Kletterschwierigkeitsgrade erklärt.

| Begriff | Bedeutung | Praxistipp |
|---|---|---|
Benchmark | Ein Boulder, der als typisch für seinen Grad gilt. | An Trainingsboards sind Benchmarks die verlässlichen Grade. |
Crux (Schlüsselstelle) | Der schwerste Zug oder Abschnitt; er bestimmt meist den Grad. | Arbeite die Crux einzeln aus und verbinde sie dann mit dem Rest. |
Dab | Während eines Versuchs den Boden, die Matte, den Spotter oder einen Griff außerhalb des Boulders berühren. | Ein Dab bedeutet, dass es kein sauberer Send war. |
Abwerten / Aufwerten | Den Grad eines Boulders senken oder erhöhen, nachdem mehr Leute ihn geklettert sind. | Grade pendeln sich mit der Zeit ein; erste Bewertungen sind Schätzungen. |
Eliminate | Ein Boulder, bei dem bestimmte Griffe für tabu erklärt werden. | Klärt die Regeln, bevor ihr anfangt. |
FA (Erstbegehung) | Das erste Mal, dass jemand einen Boulder klettert. | Der Erstbegeher schlägt meist Grad und Namen vor. |
Flash | Im ersten Versuch senden, aber mit Beta (du hast jemandem zugeschaut oder ein Video gesehen). | Ein guter Test, ob du einem Grad entwachsen bist. |
Fb-Grad (Font-Skala) | Die europäische Boulderskala (4, 5, 6A … 9A) aus Fontainebleau. | Großbuchstaben (7A) für Boulder, Kleinbuchstaben (7a) für Routen. |
Grad | Eine Bewertung, wie schwer ein Boulder oder eine Route ist. | Eine Konsensmeinung, keine Messung. |
Morpho | Ein Boulder, dessen Schwierigkeit stark von Körpergröße oder Reichweite abhängt. | Anderer Körper, andere Beta. |
Onsight | Im ersten Versuch senden, ganz ohne Vorabinformation. | Der reinste Stil; in Hallen selten, weil du andere klettern siehst. |
Projekt | Ein Boulder, an dem du über mehrere Sessions arbeitest, bevor du ihn sendest. | Etwas knapp über deinem Niveau zu projektieren, ist ein super Weg, besser zu werden. |
Rotpunkt (Redpoint) | Senden nach vorherigen Versuchen oder Ausbouldern. Der Begriff kommt aus dem Routenklettern. | Beim Bouldern sagt man meist einfach „Send“ oder „durchsteigen“. |
Wiederholung (Repeat) | Einen Boulder klettern, den schon jemand anderes geklettert hat. | Durch Wiederholungen entsteht ein Konsens über den Grad. |
Sandbag | Ein Boulder, der schwerer ist als sein Grad. | Kann von strenger Bewertung oder einem versteckten Trickzug kommen. |
Send | Einen Boulder oder eine Route ohne Sturz klettern. Wird auch als Anfeuerung gerufen. | Umfasst Onsight, Flash und Rotpunkt. |
Soft | Ein Boulder, der leichter ist als sein Grad. | Beurteile dein Niveau nicht anhand einer einzigen Begehung eines zu leicht bewerteten Boulders. |
V-Grad | Die nordamerikanische Boulderskala (VB, V0 … V17). | Grob gesagt setzt die Tabelle von Mountain Project V3 mit Fb 6A und V6 mit 7A gleich. |
Begriffe aus Halle und Fels
| Begriff | Bedeutung | Praxistipp |
|---|---|---|
Allez | Französisch für „los!“, weltweit gerufen, um Kletternde anzufeuern. | „Gamba!“ ist das japanische Pendant. |
Beta | Information, wie ein Boulder geht: Zugfolge, Griffe, Körperpositionen. | Frag danach oder lass es; das ist deine Entscheidung. |
Beta-Spray | Beta geben, nach der niemand gefragt hat. | Erst fragen. Mehr dazu in unserem Guide zu Boulder-Etikette. |
Boulder / Problem | Eine kurze Kletterei ohne Seil; „Problem“ ist die Zugfolge darauf. | In der Halle sind Boulder durch Grifffarbe oder Markierungen gekennzeichnet. |
Chalk (Magnesia) | Magnesiumcarbonat-Pulver, das deine Hände trocknet und die Reibung verbessert. | Bürste überschüssiges Chalk und Tickmarks nach dem Klettern ab. |
Chipping | Fels mit Werkzeug bearbeiten, um Griffe zu schaffen. | Von Kletterern scharf verurteilt. Lass es. |
Bruch (Choss) | Loser oder brüchiger Fels. | Am Fels Griffe testen, bevor du sie belastest. |
Circuit (Parcours) | Eine Reihe von Bouldern mit gleicher Farbe und Schwierigkeit, in der Halle oder in Fontainebleau. | |
Comp Style | Moderne Boulder im Wettkampfstil mit großen Volumen und dynamischen oder Koordinationszügen. | Macht Spaß und schult vor allem die Bewegungsfertigkeiten; Fingerkraft steht weniger im Mittelpunkt. |
Crashpad | Eine tragbare Schaumstoffmatte, die unter einen Block gelegt wird, um Stürze abzufedern. | Verschieb es, wenn sich der Kletternde bewegt; deck Lücken ab. |
Abklettern (Downclimb) | Wieder hinunterklettern, statt zu springen oder zu fallen. | Vom Top abzuklettern schont Knie und Sprunggelenke. |
Highball | Ein hoher Block, bei dem ein Sturz ernst ist; Quellen setzen die Grenze bei etwa 5 m (16 ft) aufwärts an. | Crashpads und Spotter machen einen schlechten Sturz nicht sicher. Prüfe die Landezone, den Abstieg und was jeder mögliche Sturz bedeuten würde, nicht nur den Grad. |
Landezone (Landing) | Der Boden unter einem Block. | Prüfe sie vor dem ersten Versuch auf Steine und Wurzeln. |
Überhang / Dach | Eine Wand steiler als senkrecht; ein Dach ist nahezu waagerecht. | Halte die Füße mit Toe Hooks und Körperspannung an der Wand. |
Umschrauben / Schrauben | Die Griffe eines Wandabschnitts in der Halle abschrauben und neue Boulder schrauben. | Schließ deine Projekte vor dem Umschraubtermin ab. |
Sitzstart (SDS) | Ein Boulder, der im Sitzen auf dem Boden oder der Matte beginnt. | Am Fels verbreitet; macht den ersten Zug schwerer. |
Platte (Slab) | Eine Wand, die flacher als senkrecht ist; hier geht es um Balance, Fußtechnik und Reibung. | Vertrau deinen Füßen und halte die Hüfte von der Wand weg. |
Spotten / Spotter | Ein Partner, der deinen Sturz auf die Matte lenkt und dabei Kopf und Rücken schützt. | Vor allem am Fels nötig. Lerne auch, beim Bouldern richtig zu fallen. |
Spraywall | Eine Wand voller Griffe, an der sich Kletterer ihre eigenen Boulder ausdenken. | Super, um gezielt Schwächen zu trainieren. |
Top / Austoppen (Top-out) | Top: der Zielgriff, meist mit beiden Händen kontrolliert gehalten. Austoppen: über die Oberkante des Blocks klettern. | Viele Hallenboulder enden an einem Topgriff; am Fels steigt man meist aus. |
Topo | Eine Zeichnung oder ein Foto im Kletterführer, das zeigt, wo die Boulder verlaufen. | Apps und gedruckte Führer zählen beide. |
Quergang (Traverse) | Seitwärts statt nach oben klettern. | Leichte Quergänge sind ein klassisches Aufwärmen. |
Zone | Im Wettkampf ein Griff auf halber Höhe, der Punkte bringt; in manchen Hallen ein Wandabschnitt im Umschraubzyklus. | Der Zusammenhang verrät, was gemeint ist. |
Trainingsbegriffe
| Begriff | Bedeutung | Praxistipp |
|---|---|---|
Antagonistentraining | Die Muskeln stärken, die dem Ziehen beim Klettern entgegenwirken, etwa Brust, Trizeps und Schulterrotatoren. | Ein Liebling von Krafttrainern: günstig, schnell, ausgleichend. |
Boardklettern | Training an einer standardisierten, mit einer App verbundenen Wand wie dem Kilter, Moon oder Tension Board. | Vergleiche sie in Kilter vs. MoonBoard vs. Tension. |
Campusboard | Ein Brett mit Holzleisten, das ohne Füße beklettert wird, um Finger- und Blockierkraft aufzubauen. | Fortgeschrittenes Werkzeug; nichts für Anfänger. |
Dead Hang | Ruhiges Hängen mit gestreckten Armen: Die Finger greifen aktiv und die Schultern bleiben leicht angespannt, aber du ziehst dich nicht hoch. | Die Grundposition für die meisten Hangboard-Übungen. |
Hangboard (Fingerboard) | Ein Brett mit Leisten und Löchern, an dem du hängst, um Fingerkraft zu trainieren. | Folge einem strukturierten Hangboard-Trainingsplan. |
Max Hangs | Kurze Hangs an einer Leiste mit nahezu maximaler Last, oft mit Zusatzgewicht. | Auf Kraft ausgelegt. Siehe Max Hangs vs. Repeaters. |
Pump / gepumpt | Unterarme so ermüdet, dass du dich kaum noch halten kannst. | An guten Griffen ausschütteln; zwischen den Versuchen länger pausieren. |
Repeaters | Intermittierende Hangs: kurze Wechsel aus Hängen und Pause, in Sätzen wiederholt. | In einer kleinen 8-wöchigen Studie mit fortgeschrittenen Sportkletterern brachten intermittierende Hangs im Schnitt größere Ausdauerzuwächse als Max Hangs, der Unterschied zwischen den Gruppen war aber statistisch nicht signifikant. |
Trainingsboard | Jede verstellbare oder feste Wand, die für Fingerkraft- und Techniktraining gebaut ist. | Feste Griffbelegungen erlauben es, Boulder exakt zu wiederholen und zu vergleichen. |

Ein paar Begriffe im Zusammenhang
So klingt das Vokabular im echten Hallengespräch:
- „Den Blauen hab ich geflasht, aber der Lila ist mein Projekt. Die Crux ist ein Deadpoint von einem Sloper.“ Übersetzung: Ein Boulder wurde im ersten Versuch gesendet (mit Beta); an einem schwereren wird gearbeitet, bei dem der schwerste Zug ein dynamisches Fangen an einem runden Griff ist.
- „Flag links, sonst drehst du aus.“ Übersetzung: Halte dein linkes Bein zur Balance raus, sonst schwingt dein Körper auf.
- „Der V4 ist ein Sandbag, der klettert sich wie ein V5.“ Übersetzung: Er ist zu leicht bewertet.
- „Keine Beta bitte, ich will ihn onsight klettern.“ Übersetzung: Sag mir nicht, wie er geht.
Sobald sich diese Wörter natürlich anfühlen, geht es im nächsten Schritt darum, sie an der Wand anzuwenden: Lies den Boulder, plane deine Beta und projektiere etwas knapp über deinem Niveau.
FAQ
Was bedeutet Beta beim Bouldern?
Beta ist die Information, wie man einen Boulder klettert: die Zugfolge, welche Griffe man nutzt und wie man den Körper positioniert. Beta zu geben, nach der niemand gefragt hat, nennt man Beta-Spray.
Was ist der Unterschied zwischen Flash und Onsight?
Beides bedeutet, etwas im ersten Versuch zu klettern. Bei einem Flash hattest du vorher Beta, zum Beispiel weil du jemand anderem oder einem Video zugeschaut hast. Bei einem Onsight hattest du überhaupt keine Vorabinformation.
Was bedeutet Send beim Klettern?
Senden heißt, einen Boulder oder eine Route von Anfang bis Ende ohne Sturz zu klettern. Kletterer rufen es auch als Anfeuerung. Ein Send kann ein Onsight, ein Flash oder ein Rotpunkt nach dem Ausbouldern sein.
Warum heißen Boulder auf Englisch Problems?
Ein Boulderproblem ist die Zugfolge, die nötig ist, um eine bestimmte Linie an einem Block oder einer Wand hinaufzukommen. Kletterer behandeln es wie ein Rätsel, das gelöst werden will, und deshalb hat sich das Wort Problem gehalten.
Quellen
- Wikipedia, Glossary of climbing terms
- The Climbing Hangar, Bouldering Glossary: A whole new language
- Lacrux Climbing Magazine, Bouldering lexicon: These terms you should know (2025)
- Danaan Markey, Climbing Moves, Holds, & Technique: The Beginner's Guide, 99Boulders (2022)
- Mountain Project, International Climbing Grade Comparison Chart
- López-Rivera E, González-Badillo JJ. Comparison of the Effects of Three Hangboard Strength and Endurance Training Programs on Grip Endurance in Sport Climbers. J Hum Kinet (2019)


